Onlinescheidung - effizient, kostengünstig, nervenschonend

Auch was einst für die Ewigkeit gedacht war, ist endlich. Die Scheidungsrate in der Bundesrepublik lag 2012 bei 46 %.
Fast die Hälfte aller Ehen werden inzwischen wieder geschieden.

Die emotionale, wirtschaftliche und soziale Belastung einer Scheidung ist groß genug. Aufgrund des sich wandelnden Selbstverständnisses der Ehe, gelingt es heute jedoch leichter, eine saubere Trennung herbeizuführen und den berüchtigten Rosenkrieg zu vermeiden.

Für Eheleute, die Wert auf eine zeitsparende, kostengünstige und möglichst diskrete Scheidung legen, hat sich seit einigen Jahren die sogenannte "Onlinescheidung" etabliert und bewährt.

 

Die Onlinescheidung.

Um ein Missverständnis gleich vorab aus dem Weg zu räumen:

Auch bei der Onlinescheidung muss für den Beschluss des Familiengerichts, der letztlich zur rechtswirksamen Auflösung der Ehe führt, eine mündliche Verhandlung vor dem Familiengericht durchgeführt werden. So bestimmt nämlich das Gesetz, dass die Ehe "…nur durch richterliche Entscheidung…" geschieden werden kann, § 1564 BGB.

Nutzen Trennungswillige jedoch die Vorteile der Onlinescheidung, kann in den allermeisten Fällen es bei diesem einen notwendigen Termin bleiben, der in der Regel auch nur wenige Minuten dauert.

Voraussetzung hierfür ist, dass im Vorfeld zwischen den Eheleuten alle erforderlichen Regelungen getroffen sind. Insbesondere gilt es, Versorgungs- und Unterhaltsansprüche ebenso zu regeln, wie Umgangs- und Vermögensausgleichsaspekte.

 

Ehevertrag und Scheidungsfolgenvereinbarung.

Auch diejenigen Paare, die vor der Hochzeit keinen Ehevertrag geschlossen haben, können hier noch durch eine nachträgliche Scheidungsfolgenvereinbarung wichtige Inhalte der gerichtlichen Bestimmung entziehen. Dies spart Zeit und Kosten und verhindert, dass Zuviel von den persönlichen Lebensverhältnissen dem Gericht offenbart werden muss.

Die Möglichkeiten der Regelung sind jedoch nicht grenzenlos. Auch sind genaue formale Regeln einzuhalten. Jeder Ehegatte sollte sich auch über die weitreichenden Folgen etwa eines Ausschlusses des Versorgungsausgleichs und der Rentenanwartschaften im Klaren sein.

Wie meist, steckt der Teufel im Detail. Sorgfältige und kompetente Beratung hilft, Stolpersteine aus dem Weg zu räumen.

Der rechtlich und steuerlich versierte Berater wird auch nicht nur die eigentliche Ehescheidung im Fokus haben. Vielmehr kann und sollte hier umfassend wirtschaftlich beraten werden. Allein die Festlegung des Trennungszeitpunktes, die Durchführung von Versöhnungsversuchen, die bestimmte Verteilung des Ehevermögens, usw., kann zu Gestaltungsmöglichkeiten und Steuerersparnissen führen.

 

Der Ablauf der Onlinescheidung.

Sind sich die Parteien einig, können In wenigen Schritten die Voraussetzungen für die Ehescheidung geschaffen werden:

1. Nach Ausfüllen und übersenden des Online-Scheidungsauftrags, werden durch den zuständigen Rechtsanwalt alle notwendigen weiteren Informationen eingeholt, Unterlagen, Urkunden und Belege angefordert und offene Fragen geklärt.

Entsprechend dem Wunsch der Scheidungswilligen, kann die schriftlich, telefonisch, per E-Mail oder auch in einem gemeinsamen Gespräch in der Kanzlei oder auch vor Ort erfolgen. Gerade Letzteres bietet sich an, wenn es darum geht, etwa das vorhandene Vermögen auseinanderzusetzen oder des Getrenntleben innerhalb der vormaligen Ehewohnung zu verwirklichen.

Falls erforderlich, werden Scheidungsfolgenvereinbarungen ausgearbeitet und formwirksam vorbereitet und der Abschluss begleitet.

2. Aufgrund dieser Daten und Vereinbarungen wird dann der Scheidungsantrag vorbereitet und bei Bedarf noch einmal einzeln erläutert und besprochen. Zusammen mit dem von dem Gericht angeforderten Gerichtskostenvorschuss, wird der Scheidungsantrag bei dem zuständigen Amtsgericht eingereicht.

3. Sofern ein Versorgungsausgleich durchgeführt werden soll, veranlasst das Amtsgericht mit von den Eheleuten auszufüllenden Fragebögen die Berechnung der Höhe der Rentenansprüche, was bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger in der Regel drei bis sechs Monate dauern kann.
Nach drei Monaten kann, wenn die Scheidung schnell vollzogen werden soll, die Abtrennung des Versorgungsausgleichsverfahren beantragt werden. Die Scheidung kann dann vorab ausgesprochen werden.

4. Es folgt der eigentliche Scheidungstermin vor dem Amtsgericht, bei dem beide Eheleute erscheinen müssen. Selbstverständlich ist auch der beauftragte Rechtsanwalt anwesend, steuert das Verfahren und unterstützt die Parteien. Dieser dauert in der Regel etwa 10 Minuten.

Im Scheidungstermin wird die Scheidung durch Beschluss des Gerichts ausgesprochen.

Im Nachgang übersendet das Amtsgericht den schriftlichen Scheidungsbeschluss, mit welchem dann die Änderungen im Familienstand - zum Beispiel bei dem Finanzamt, der Familienkasse, dem Arbeitgeber - veranlasst und nachgewiesen werden können.

 

Die Vorteile der Onlinescheidung.

Neben der Zeitersparnis durch in der Regel nicht notwendig werdende persönliche Anwaltsbesuche, kann die Onlinescheidung auch Kosten sparen.

So genügt es, wenn die Scheidungswilligen sich einig sind, dass nur ein Rechtsanwalt beauftragt und bezahlt werden muss. Es entstehen daher auch nicht zwei Mal die anwaltlichen Gebühren.

Da die Onlinescheidung auf eine einvernehmliche Auseinandersetzung der Ehe abzielt, können in der Regel auch weitere kostenpflichtige Scheidungsfolgesachen vermieden werden.

Durch entsprechende Antragstellung wird darüber hinaus versucht, den Gegenstandswert um 30 Prozent herabzusetzen, der sich grundsätzlich nach dem Einkommen der Ehepartner richtet. Die Entscheidung hierüber obliegt dem Gericht. Bei einer unstreitigen Scheidung kann oft die beantragte Herabsetzung erreicht werden.

Da sich Anwaltsgebühren und Gerichtskosten nach dem Gegenstandswert berechnen, kann es hierdurch zu nicht unerheblichen Einsparungen kommen.

 

Die Betreuung nach der Scheidung.

Auch nach dem Vollzug der Ehescheidung gilt es, einige Formalitäten einzuhalten. Neben der notwendigen Information der zuständigen Behörden, Ämter und Personen, sollte insbesondere die erste Einkommenssteuererklärung nach der Trennung besonders sorgfältig vorgenommen werden.

 

So können nach einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf beispielsweise sogar sämtliche Scheidungskosten von der Steuer abgesetzt werden, FG Düsseldorf, AZ: 10 K 2392/12 E.

 

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onlinescheidung@bsrp.de